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Bankenkrise, Immobilienkrise, Wirtschatskrise, Währungskrise...Bulgarien steht auf der Kippe!

Wirtschaft allgemein

Autor: Frau Dr. Phil. Mariana Trendafcheva - Dolmetscherin (ermächtigt) und Übersetzerin (ermächtigt), verfasst am 15.04.2010 (639 Zugriffe)

Als Hort der Stabilität hat sich in dieser volatilen Zeit bisher der Lew erwiesen. Die bulgarische Landeswährung ist seit 1997 per Gesetz 1:1 an die ehemalige Deutsche Mark gebunden, so dass ihr Kurs zum Euro somit 1,95583 Lewa beträgt. Bis heute hat dieses so genannte Currency Board gehalten. Da aber die Währungen fast aller Nachbarländer nacheinander ins Rutschen geraten sind, drängt sich die Frage auf, wie lange der Lew noch seinem Namen gerecht werden und stark wie ein Löwe sein kann.

"Wir verabschieden uns offiziell von dem Plan, dem Wechselkursmechanismus beizutreten, weil es angesichts unseres Defizits anstößig wäre. Tatsächlich haben wir unsere EU-Kollegen angelogen, was unsere Bereitschaft für den Beitritt zur Eurozone angeht", so Ministerpräsident Borissow.

Das Kabinett muss die Staatshaushalte für 2008 und 2009 revidieren, sodass das Haushaltsdefizit für das vergangene Jahr von ursprünglich 1,9 Prozent auf 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen wird. Somit würde Bulgarien eines der Maastrichter Kriterien nicht mehr erfüllen, nämlich ein Haushaltsdefizit unter drei Prozent vorzuweisen. Der Grund für diese Entscheidung der konservativen Regierung sind erst vor zwei Wochen aufgetauchte rund 150 Geschäfte von 13 Ministerien, die etwa Bauaufträge oder Waffenkäufe im Wert von 2,16 Mrd. Lewa (umgerechnet 1,1 Mrd. Euro) umfassen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen eingeleitet.

Kritiker werfen Borissow vor, die Auswirkungen dieser Verträge zu überschätzen. Kritisiert wird, dass die gegenwärtige Regierung so versucht, den Sündenbock an ihre Vorgänger abzuschieben.

Obwohl nach Meinung von Beobachtern die Chancen Bulgariens auf eine baldige Einführung des Euro angesichts der Finanzkrise im benachbarten Griechenland auch bisher gering waren, wurde diese Nachricht in Bulgarien wie eine kalte Dusche aufgenommen. Wie die Wochenzeitung Kapital kommentiert, sind eine Lockerung der Finanzdisziplin und ein noch höheres Haushaltsdefizit auch für das laufende Jahr nicht mehr auszuschließen. Wirtschaftsexperten erwarten steigende Zinssätze.

Ursprünglich wollte Bulgarien, das seit Jahren seine Währung Lewa fest an den Euro bindet, zur Jahresmitte dem EU-Wechselkursmechanismus beitreten und 2013 den Euro einführen. Eine der Voraussetzungen dafür ist ein Defizit unter drei Prozent des BIP.


Autor:
Frau Dr. Phil. Mariana Trendafcheva - Dolmetscherin (ermächtigt) und Übersetzerin (ermächtigt), Vitoscha 125, 1000 Sofia, Bulgarien
Telefon: 00 359 88 66 137 56, Telefax: 00 359 339 6 25 88, E-Mail: office@mlcentrum.com
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