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Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass § 7 Satz 4 der Gewerbeabfallverordnung – GewAbfV -, wonach Erzeuger und Besitzer gewerblicher Siedlungsabfälle mindestens eine Mülltonne des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers nutzen müssen (sog. Pflichtmülltonne), mit höherrangigem Recht vereinbar ist.
Die Klägerinnen – eine Industrie- und Handelskammer sowie drei Gewerbebetriebe, die im Landkreis Böblingen ansässig sind und bislang nicht an dessen Abfallentsorgung angeschlossen waren – hatten sich gegen Bescheide des Landratsamtes gewandt, mit denen sie unter Berufung auf § 7 Satz 4 GewAbfV unter anderem dazu verpflichtet worden waren, einen Abfallbehälter des Landkreises für die auf ihren ... weiter lesen
Wer ein Spitzenamt in der Justiz anstrebt, könnte glauben: Langjährige Leitungserfahrung und ein hohes Statusamt genügen für den Zugang zum Auswahlverfahren. Gerade bei der Besetzung eines Präsidentenamts kann aber eine konkrete fachgerichtliche Vorerfahrung entscheidend sein. Ein Bewerber um die Spitze des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen scheiterte bereits an der ersten Auswahlstufe, weil ihm die richterliche Bewährung in der Sozialgerichtsbarkeit fehlte. Für Richter, Beamte und Justizverwaltungen ist die Entscheidung wichtig, weil sie zeigt, wie weit ein Anforderungsprofil bei richterlichen Spitzenämtern gehen darf.
Das Wichtigste in Kürze
Das Verwaltungsgericht Hannover hat den Eilantrag eines Bewerbers ... weiter lesen
Wer nach einer ablehnenden Asylentscheidung weiter in Deutschland bleiben will, muss im gerichtlichen Verfahren genau auf den richtigen Antrag und das richtige Gericht achten. Viele Betroffene könnten annehmen, dass ein zusätzlicher Antrag auf ein Recht auf Verbleib direkt beim Oberverwaltungsgericht zu stellen ist, wenn es um die Zulassung der Berufung geht. Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat nun klargestellt: Zuständig ist in dieser Konstellation das Verwaltungsgericht, bei dem auch der Antrag auf Zulassung der Berufung einzureichen ist. Praktisch wichtig ist die Entscheidung vor allem für Asylbewerber, deren Verfahren in die Übergangszeit der neuen europäischen Asylregeln fällt.
Das Wichtigste in Kürze ... weiter lesen
Karlsruhe (jur). Fällt ein wichtiger Grund für eine ausnahmsweise erlaubte Ladenöffnung an Sonntagen weg, können Ladeninhaber wieder an den regulären gesetzlichen Sonn- und Feiertagsschutz gebunden sein. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Donnerstag, 27. Juli 2023, verkündeten Urteil zur Ladenöffnung in der Nähe des rheinland-pfälzischen Flughafens Zweibrücken entschieden (Az.: I ZR 144/22).
Das Land Rheinland-Pfalz hatte im März 2007 für die Oster-, Sommer- und Herbstferien ausnahmsweise Sonntagsöffnungszeiten für Geschäfte in der Nähe des Flughafens Zweibrücken erlaubt. Urlaubsreisende hatten so die Möglichkeit, sich noch schnell mit dem Nötigsten einzudecken. Auch ein Fashion Outlet Center für ... weiter lesen
Der 14. Senat des Oberverwaltungsgerichts hat mit Urteil vom 17. Juni 2004 entschieden, dass die Heranziehung eines Bürgers der Stadt Hamm (Kläger) zu einer höheren Hundesteuer für zwei von ihm gehaltene "gefährliche Hunde" rechtmäßig ist.
Der Kläger, der einen American-Staffordshire-Terrier und einen Mischling mit Anteilen eines American-Staffordshire-Terriers hält, wurde Anfang 2001 zu einer Hundesteuer für das Jahr 2001 in Höhe von 2 x 1.500 DM herangezogen. Für "normale" Hunde hätte er 2 x 204 DM zahlen müssen. Die gegen diese Heranziehung erhobene Klage hatte das Verwaltungsgericht Arnsberg abgewiesen. Die dagegen gerichtete Berufung des Klägers hat das Oberverwaltungsgericht mit dem o. g. Urteil zurückgewiesen. Zur ... weiter lesen
Koblenz (jur). Bei einem unbekannten Geburtsdatum besteht kein Anspruch auf Eintragung eines fiktiven Geburtstages in einem Ausweis. Der Gesetzgeber verlange die „inhaltliche Richtigkeit der Personaldateneintragungen“ in Ausweisdokumenten, entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in einem am Freitag, 23. Dezember 2022, veröffentlichten Urteil (Az.: 7 A 10318/22.OVG). Die Koblenzer Richter wiesen damit die Klage eines aus Algeriern stammenden Mannes mit deutscher Staatsangehörigkeit ab.
Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt. In seinem Personalausweis und seinem Reisepass steht lediglich „XX.XX.1957“. Der Mann verfügt über keinerlei algerische Dokumente, die sein ... weiter lesen
VERWALTUNGSGERICHT OLDENBURG
- 7. KAMMER -
Beschluss vom 28. April 2003 - Az. 7 B 1422/03
Fahrtenbuchanordnung
LEITSATZ:
1.
Die örtliche Zuständigkeit für die Anordnung eines Fahrtenbuches bestimmt sich gem. § 68 Abs. 2 Satz 1 StVZO nach dem Wohnort des Adressaten des Bescheides.
2.
Bei der Beurteilung, ob die Fahrerermittlung nicht möglich im Sinne des § 31 a Abs. 1 Satz 1 StVZO gewesen ist, ist es zumindest im Eilverfahren regelmäßig zu Lasten der Behörde zu bewerten, wenn sie selbst der Auffassung ist, dass die Bußgeldstelle den Fahrer anhand des Frontfotos und eines im Ordnungswidrigkeitenverfahren angeforderten Paßfotos hätte ermitteln können, und diese Einschätzung ... weiter lesen
Die klagende Wohnungsbaugenossenschaft vermietet in Stendal Wohnungen in einer sog. Plattenbau-Siedlung. Infolge der gesunkenen Einwohnerzahl Stendals kann sie die Wohnungen teilweise nicht vermieten. Wegen der damit verbundenen Ertragsminderung begehrt sie für das Jahr 1997 von der Stadt Stendal den Erlass der Grundsteuer in bestimmtem Umfang. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat die Klage mit der Begründung abgewiesen, ein Grundsteuererlass komme nur bei vorübergehenden Ertragsminderungen in Betracht, nicht hingegen bei Wertminderungen aufgrund eines strukturell bedingten Wohnungsleerstands, wie er in Stendal gegeben sei.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts bestätigt. Das Überangebot von ... weiter lesen
Hannover (jur). Bei anhaltend niedrigen Grundwasserständen und einer hohen Verdunstung bei Temperaturen ab 24 Grad Celsius dürfen Kommunen das Bewässern von landwirtschaftlichen Flächen und das private Rasensprengen zeitweise verbieten. Dies gilt zumindest dann, wenn mit dem angeordneten Bewässerungsverbot eine „verdunstungsbedingte Verschwendung von Grundwasser“ verhindert wird, entschied das Verwaltungsgericht Hannover in einem am Mittwoch, 16. August 2023, bekanntgegebenen Beschluss vom Vortag (Az.: 9 B 3863/23).
Die Region Hannover hatte am 5. Juli 2023 befristet bis zum 30. September 2023 eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der die Bewässerung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen, öffentlichen und privaten ... weiter lesen
Der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat heute entschieden, dass ein erwachsener Ausländer auch dann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten kann, wenn seine Eltern in Deutschland Sozialhilfe beziehen.
Der Kläger, ein 1982 geborener Iraner, lebt seit 1988 in Deutschland. Seit 1991 erhielt er eine jeweils verlängerte Aufenthaltsbefugnis aufgrund einer niedersächsischen Bleiberechtsregelung für Flüchtlinge aus dem Iran. Die 2001 beantragte unbefristete Aufenthaltserlaubnis lehnte die beklagte Landeshauptstadt Hannover ab. Sie begründete dies damit, dass die Eltern des Klägers, denen er zum Unterhalt verpflichtet sei, Sozialhilfe beziehen. Wer für sich oder seine Familienangehörigen Sozialhilfe erhalte, habe ... weiter lesen
Wer im Sommerbad seinen Ausweis zeigen muss oder im Eingangsbereich von Kameras erfasst wird, sieht darin schnell einen Eingriff in die eigenen Datenrechte. Viele Badegäste dürften annehmen, solche Kontrollen seien nur ausnahmsweise erlaubt oder von vornherein datenschutzwidrig. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin kann das anders sein, wenn eine angespannte Sicherheitslage dokumentiert ist und die Maßnahmen begrenzt bleiben. Betroffen sind vor allem Betreiber öffentlicher Bäder, Badegäste und Datenschutzbehörden.
Das Wichtigste in Kürze
Ausweiskontrollen für Badegäste ab 14 Jahren in Berliner Sommerbädern durften 2023 datenschutzkonform eingeführt werden.
Auch eine punktuelle Videoüberwachung ... weiter lesen
Ein früherer Soldat auf Zeit möchte an einer konkreten Übung teilnehmen und versucht, dies im Eilverfahren gerichtlich durchzusetzen. Viele würden erwarten, dass gegen einen ablehnenden Beschluss des Verwaltungsgerichts zumindest noch die Beschwerde möglich ist. Genau daran kann es im Soldatenrecht aber scheitern. Für Reservisten und frühere Soldaten ist die Entscheidung wichtig, weil sie zeigt: Bei einer Heranziehung zu Dienstleistungen kann der Weg in die nächste Instanz gesetzlich versperrt sein.
Das Wichtigste in Kürze
Das OVG Nordrhein-Westfalen hat die Beschwerde eines früheren Soldaten auf Zeit als unzulässig verworfen.
Der Antragsteller wollte zu einer geplanten Übung „SdtHSch Modul 5“ beim ... weiter lesen