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Sie suchen eine Antwort für Ihr Problem? Vielleicht helfen Ihnen schon unsere Ratgeber dabei weiter.
Berlin (jur). Ein Polizeihauptkommissar darf nicht ohne Genehmigung auf TikTok und anderen sozialen Medien als „Officer“ auftreten. Auch wenn der Polizeibeamte sich live mit unterschiedlichen Personen aus unterschiedlichen Milieus unterhält und auf polizeikritische Internetbeiträge reagiert, um für die Polizei zu werben, überschreitet er damit seinen Aufgabenbereich, entschied das Oberverwaltunsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg in Berlin mit Beschluss vom Montag, 17. April 2023 (Az.: OVG 4 S 4/23 ). Denn allein die Polizeiführung entscheide darüber, welche Öffentlichkeitsarbeit geeignet sei.
Konkret ging es um einen Polizeihauptkommissar, der unter anderem auf TikTok einen eigenen Kanal betrieb. In seinem Profil war er als ... weiter lesen
Wenn das Jugendamt ein Kind in Obhut nimmt, prallen oft existenzielle Interessen aufeinander: Eltern wollen die Maßnahme beenden, das Kind kann zugleich ein eigenes Schutzinteresse haben. Viele Beteiligte könnten annehmen, dass ein Gerichtsverfahren gegen die Inobhutnahme vor allem zwischen Elternteil und Jugendamt geführt wird. Das Verwaltungsgericht Hannover stellt nun klar: Bei einer noch laufenden Inobhutnahme muss auch das betroffene Kind eine eigene verfahrensrechtliche Position erhalten.
Wichtig ist die Entscheidung für Eltern, Jugendämter und alle, die an Verfahren über eine Inobhutnahme beteiligt sind. Denn das Kind ist nach Auffassung des Gerichts nicht bloß Objekt einer staatlichen Maßnahme, sondern Rechtssubjekt ... weiter lesen
Karlsruhe (jur). Wenn Halter eines Kampfhundes ihren Vierbeiner keiner Verhaltensprüfung unterziehen, müssen sie besonders aufpassen. Sie müssen „damit rechnen, dass der Hund jederzeit auch ohne vorherige Warnzeichen Menschen anfällt“, heißt es in einem am Dienstag, 22. Juli 2014, veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe (Az.: 2 (7) Ss 318/14).
Damit bestätigte das OLG eine Geldstrafe von 1.800 Euro (120 Tagessätze zu je 15 Euro) gegen den Halter eines American Staffordshire Terrier-Mischlings. Die Ortspolizei hatte den Hund als gefährlichen Kampfhund eingestuft. Die in Baden-Württemberg vorgesehene Verhaltensprüfung zur „Widerlegung ... weiter lesen
Ein Polizeibeamter, der den Ladezustand der Dienstwaffe im geschlossenen Raum außerhalb der Ladeecke überprüft und dadurch einen Dritten verletzt, kann vom Dienstherrn zur Erstattung der Arztkosten und der für die Dauer der Krankschreibung fortgezahlten Dienstbezüge herangezogen werden. So entschied das Oberverwaltungsgericht in Koblenz.
Im November 2001 fand in der Dienststelle des Beamten eine routinemäßige Waffenrevision statt, zu deren Vorbereitung der Beamte seine Dienstwaffe reinigen wollte. Als er den Schlitten zurückzog, um die Waffe zu zerlegen, wurde eine Patrone ausgeworfen. Beim anschließenden Versuch, das Magazin aus der Waffe zu entnehmen, löste sich ein Schuss und schlug in den Fußboden ein. Das dadurch verursachte ... weiter lesen
Wenn ein Wolf Nutztiere reißt, liegt für viele Tierhalter die Forderung nach einem Abschuss nahe. Rechtlich reicht das aber nicht automatisch aus. Behörden müssen vor einer Genehmigung zur Jagd prüfen, inwieweit Herdenschutzmaßnahmen technisch durchführbar sind, welche Kosten sie verursachen und welche Schutzmaßnahmen im betroffenen Gebiet bereits vorhanden sind. Das ist besonders wichtig für Nutztierhalter, Jagdbehörden und alle, die mit Wolfsmanagement in betroffenen Revieren zu tun haben.
Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat am 13. Juli 2026 eine Beschwerde gegen die Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes zurückgewiesen. Damit bleibt die Genehmigung zur Jagd auf den Wolf GW1896m oder einen vergleichbaren ... weiter lesen
Mit Urteil hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts der
Verfassungsbeschwerde eines türkischen muslimischen Metzgers stattgegeben,
der eine Ausnahmegenehmigung von dem allgemeinen gesetzlichen Verbot erstrebte,
Tiere ohne Betäubung zu schlachten (zu schächten). Der Hintergrund des Verfahrens ist
dargestellt in der Pressemitteilung Nr. 97/2001 vom 15. Oktober 2001,
die auf der Homepage des Bundesverfassungsgerichts nach gelesen werden
kann.
Der Erste Senat stellt fest, dass § 4 a des Tierschutzgesetzes
(TierSchG) verfassungsgemäß ist, seine Auslegung und Anwendung durch
die Verwaltungsbehörden und Verwaltungsgerichte in den angegriffenen
Entscheidungen den Anforderungen des Grundgesetzes (GG) ... weiter lesen
Das Bundesverwaltungsgericht hat heute in zwei Revisionsverfahren die Anforderungen an die Beherrschung der deutschen Sprache durch Spätaussiedler als Voraussetzung für ihre Aufnahme in die Bundesrepublik Deutschland näher geklärt. Nach dem Bundesvertriebenengesetz kann ein Aufnahmebescheid nur erteilt werden, wenn der Betreffende im Zeitpunkt der Ausreise aufgrund familiärer Vermittlung der deutschen Sprache zumindest ein einfaches Gespräch auf Deutsch führen kann.
Inhaltlich muss der Aufnahmebewerber sich daher über einfache Lebenssachverhalte aus dem familiären Bereich (z.B. Kindheit, Schule, Sitten und Gebräuche), über alltägliche Situationen und Bedürfnisse (Wohnverhältnisse, Einkauf, Freizeit, Reisen, Wetter u.ä.) oder die ... weiter lesen
Wenn in einer Familie die Asylverfahren nicht gleichzeitig enden, kann ein negativer Bescheid eine besondere Konstellation auslösen: Ein Familienmitglied soll ausreisen, während ein anderes wegen seines noch laufenden Asylverfahrens weiter in Deutschland bleiben darf. Nach dem Beschluss darf eine bloße Aufenthaltsgestattung dabei nicht grundsätzlich als rechtlich irrelevant behandelt werden. Für Kindeswohl und familiäre Bindungen kann die drohende Trennung im Verfahren zur Rückkehrentscheidung beziehungsweise Abschiebungsandrohung zu berücksichtigen sein.
Die Entscheidung betrifft Asylbewerber in Kernfamilien , deren Verfahren zeitlich unterschiedlich verlaufen. Praktisch wichtig ist der Beschluss, weil die familiäre ... weiter lesen
Wer wegen nächtlichen Lärms bereits ein rechtskräftiges Urteil erstritten hat, erwartet mehr als einzelne Maßnahmen und neue Messreihen. Gerade Anwohner stark besuchter Plätze können sonst trotz Gerichtsurteil weiter darauf warten, dass ihre Nachtruhe tatsächlich geschützt wird. In dem Verfahren zum Brüsseler Platz bestätigte das Oberverwaltungsgericht NRW nun: Die zuständige Behörde muss ihre Verpflichtung aus dem Urteil mit Nachdruck erfüllen. Andernfalls droht ein Zwangsgeld von 5.000 Euro .
Wichtig ist die Entscheidung nicht nur für die betroffenen Anwohner. Sie zeigt auch Behörden, dass ein rechtskräftiges Urteil zum Lärmschutz nicht durch Verweis auf Einzelmaßnahmen, Prognosen oder ein laufendes Beschwerdeverfahren ... weiter lesen
Ein Jugendamt darf eingreifen, wenn ein elfjähriger Junge nicht zur Schule geht und die Eltern die Schulunlust ihres Kindes akzeptieren. Die Eltern können zur Unterstützung eines Schulbesuchs ihres Kindes verpflichtet werden. Das hat der 8. Senat für Familiensachen des Oberlandesgerichts Hamm mit Beschluss vom 12.06.2013 entschieden.
Der heute elfjährige Junge wohnt bei seinen 49 und 51 Jahre alten Eltern im Kreis Warendorf. Er ist das jüngste Kind der Familie. Im Alter von 7 Jahren eingeschult fehlte der Junge bereits im ersten Schuljahr an über 40 Tagen in der örtlichen Grundschule, von der ihn die Eltern im Jahre 2010 abmeldeten. In den nächsten Jahren besuchte er zwei weitere ... weiter lesen
Lüneburg (jur). Die Stadt Lüneburg kann nicht einfach ein leerstehendes, ehemaliges Kinderheim beschlagnahmen, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Dies hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg am Dienstag, 1. Dezember 2015, entschieden und dem vorläufigen Rechtsschutzantrag eines Grundstückseigentümers stattgegeben (Az.: 11 ME 230/15).
Die Kommune hatte das Grundstück für sechs Monate beschlagnahmt, um das darauf befindliche, bereits teilentkernte Gebäude auf eigene Kosten herzurichten. In dem ehemaligen Kinderheim sollten bis zu 50 Flüchtlinge untergebracht werden.
Die Beschlagnahme des Grundstücks und seines darauf befindlichen ... weiter lesen
Wer für sein Kind einen Staatsangehörigkeitsausweis beantragt, kann nicht allein auf eine behauptete selbständige Tätigkeit eines Elternteils verweisen. Entscheidend kann sein, ob der EU-Elternteil damals tatsächlich über Jahre freizügigkeitsberechtigt war. Viele Betroffene gehen davon aus, dass ein langer Aufenthalt in Deutschland genügt. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht macht nun deutlich: Für ein Daueraufenthaltsrecht müssen die rechtlichen Voraussetzungen konkret nachgewiesen werden.
Wichtig ist die Entscheidung vor allem für Familien von EU-Bürgern, die die deutsche Staatsangehörigkeit eines in Deutschland geborenen Kindes über den Aufenthalt eines Elternteils herleiten wollen. Im Mittelpunkt steht die ... weiter lesen