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Besteuerung beschränkt Steuerpflichtiger in den USA: Quellensteuer auf US Kapitalerträge im Todesfall

Steuerrecht

Autor: Rechtsanwalt Jan-Hendrik Frank - Rechtsanwalt, verfasst am 20.04.2012 (1227 Zugriffe)

Hatte ein Erblasser Kapitalanlagen in den USA, stellen sich neben Fragen der deutschen Erbschaftsteuer, der Bundes-Nachlasssteuer („federal estate tax“) und der Erbschafts- und Nachlassteuern der US Bundestaaten im Todesfall auch Fragen der Besteuerung von Kapitaleinkünften. Der Beitrag gibt eine Einführung. 

 

Besteuerung von Kapitaleinkünften von beschränkt Steuerpflichtiger

Die USA erheben auf  „Non resident aliens“ (beschränkt Steuerpflichtige) gezahlte US-Kapitalerträge (z.B. auf Zinsen, Dividenden, Fonderträge, Zahlungen einer Lebensversicherung) eine Quellensteuer in Höhe von 30%.

 

Regelungen im DBA Deutschland / USA Einkommensteuer

Bei Anwendbarkeit des deutsch-amerikanischen Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und Vermögen und anderen Steuern vom 29. August 1989 (DBA Deutschland / USA Einkommensteuer) sind allerdings hierauf Vergünstigungen zu gewähren:

Gemäß Art. 10 Abs. 2 b) DBA Deutschland / USA Einkommensteuer darf die Steuer auf Dividendeneinkünfte nicht mehr als 15 % betragen.

Gemäß Art. 11 DBA Deutschland / USA Einkommensteuer sind Zinsen in den USA nicht steuerbar.

Diese Regelungen gelten allerdings nur im Falle der unmittelbaren Auszahlung an den Begünstigten, z.B. durch eine US Lebensversicherung, Bank. Fällt der Erwerb in den Nachlass („estate“) und wird der Nachlass durch einen US Nachlassverwalter verwaltet, findet ein steuerlich relevanter Zwischenerwerb statt und der Nachlassverwalter hat die Steuern für den Nachlass zu erklären.

 

Geltendmachung der Vergünstigung nach dem DBA

Die Vergünstigung ist mittels des Formular der amerikanischen Bundesfinanzverwaltung („Internal Revenue Service“, kurz „I.R.S.“) „W8–BEN“ geltend zu machen. Das Formular ist bei der vermögensverwaltenden Stelle (Bank, Versicherung) unmittelbar einzureichen. Ferner wird eine US Steuernummer für beschränkt Steuerpflichtige („ITIN“) benötigt.


Autor:
Rechtsanwalt Jan-Hendrik Frank - Rechtsanwalt, Leipziger Platz 9, 10117 Berlin, Deutschland
Telefon: +49 (0) 30 - 887 123 81, Telefax: +49 (0) 30- 920 372 321, E-Mail: frank@wf-inter.com
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