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Kindergeld für Polen: Dipl.-Jur. Paul Witkowski

Recht allgemein

Autor: Herr Diplom Jurist Paul Witkowski - Dolmetscher (beeidigt) und Übersetzer (ermächtigt), verfasst am 20.07.2010 (4205 Zugriffe)

Kindergeld für Polen - Ein Beitrag von Dipl.-Jur. Paul Witkowski, Hannover

Wenn polnische Staatsangehörige Kindergeld in Deutschland beantragen und zumindest ein Elternteil mit dem Kind in Polen lebt, dann berührt das Begehren des deutschen Kindergeldes nicht nur die deutschen Rechtsvorschriften der §§ 62 ff. EStG, sondern auch polnisches Kindergeldrecht und EU - Recht. Dabei müssen die Bestimmungen der ab 01.Mai 2010 geltenden Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.4.2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit und die Bestimmungen der Durchführungsverordnung (EG) Nr. 987/2009 beachtet werden.

1. Unsicherheiten bei der Anwendung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in Bezug auf  zwischenstaatliches Kindergeldrecht für Deutschland und Polen

Die Anwendung der am 1.Mai 2010 in Kraft getretenen Verordnung (EG) Nr. 883/2004 und der Durchführungsverordnung (EG) Nr. 987/2009 löst bei den zuständigen Familienkassen Unsicherheit aus. Gemeint sind hier die Fälle der Festsetzung und Aufhebung vom deutschen Kindergeld für ein im EU- Mitgliedsstaat (z.B. Polen) lebendes Kind. Sachverhalte, die unter rechtlichen Gesichtspunkten identisch zu bewerten sind, werden von den Familienkassen nicht selten rechtlich unterschiedlich bewertet. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass noch keine Rechtsprechung zu den neuen europarechtlichen Bestimmungen betreffend Familienleistungen ergangen ist.

Die Familienkassen begründen die Bescheide betreffend Kindergeld oft nur unzureichend. Wenn die Festsetzung von Kindergeld aufgehoben oder abgelehnt wird, ist meistens nicht ersichtlich, auf welche Rechtsgrundlage sich die Familienkasse explizit stützt. Der Gesetzestext wird nicht abgedruckt. Dies macht es für die Betroffenen schwer, ihren Einspruch gegen den Kindergeldbescheid zu begründen.

 2. Familienleistungen in der neuen Verordnung (EG) Nr.883/2004

Grundsätzlich stellt Artikel 67 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 klar, dass eine Person auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat (hier: Polen) wohnen, einen Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen EU- Beschäftigungsstaates (hier: Deutschland) hat.
In Artikel 68 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 werden jedoch Prioritätsregeln für einen vorrangigen Anspruch auf Familienleistungen aufgestellt.
Ziel dieser Prioritätsregeln ist die Vermeidung ungerechtfertigter Doppelleistungen beim Zusammentreffen von Ansprüchen auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer EU - Mitgliedsstaaten (hier: Deutschland und Polen).
Die Anwendung dieser Vorschriften im Zusammenhang mit dem Begehren von Kindergeld in Deutschland bereitet oft Schwierigkeiten. Aus diesem Grund folgt hier eine Darstellung der in der Praxis relevanten Fallkonstellationen.

3. Hälftiges Kindergeld

3.1. Frühere Rechtslage bis 30.April 2010

Vor dem 01.Mai 2010 hatte die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 Gültigkeit und reichte speziell polnischen Handwerkern zum Nachteil, da polnische Handwerker in der Regel nicht zum Personenkreis gehörten, die dieser Verordnung unterliegen.

In diesem Fall mussten die polnischen Handwerker auf das Differenzkindergeld verzichten. Falls sie dann noch für ihre Kinder in Polen einen Anspruch auf polnische Familienleistungen hatten, war der Anspruch auf deutsches Kindergeld nach § 65 Abs.1 Nr.2 EStG ausgeschlossen.

Dennoch haben viele Familienkassen in diesen Fällen  ein hälftiges Kindergeld festgesetzt. Bei dieser Entscheidung haben sich die Familienkassen auf die analoge Anwendung des Art. 12 Abs.2 Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 gestützt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass ein vollständiger Ausschluss des deutschen Kindergeldes gem. § 65 Abs.1 Nr.2 EStG nicht mit dem Sinn und Zweck der EU- Konkurrenzregelungen vereinbar sei.

Problematisch daran war, dass das hälftige Kindergeld auf keine direkte Rechtsgrundlage gestützt werden konnte. Auch die Rechtsprechung der Finanzgerichte hat die Zulässigkeit der hälftigen Kindergeldfestsetzung stets offen gelassen (Finanzgericht München, Urteil vom 3.März 2009, EFG 2009, 944).

Infolgedessen haben andere Familienkassen streng nach dem Gesetzeswortlaut entschieden und in diesem Fall die Festsetzung von Kindergeld vollständig abgelehnt.

Diese Fallkonstellation traf auf diejenigen polnischen Handwerker zu, die lediglich im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke im Sinne der Anlage A zur HwO, z.B.
• Fliesen-, Platten-, Mosaikleger
• Estrichleger
• Parkettleger
• Gebäudereiniger
• Trockenbauer
ein Gewerbe betrieben. Schließlich sind sie nicht in die Handwerksrolle eingetragen und somit nicht als selbständig tätige Gewerbetreibende nach Maßgabe des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nr.8 SGB VI anzusehen.

3.2. Neue Rechtslage seit 01.Mai 2010

Zum 01.Mai 2010 wurde die Verordnung (EWG) 1408/71 durch die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 abgelöst. Die in der alten Verordnung (EWG) 1408/71 vorgesehene Beschränkung des persönlichen Anwendungsbereichs nur auf Arbeitnehmer und Selbständige wurde mit der neuen Verordnung (EG) Nr. 883/2004 aufgehoben. Die letztgenannte neue Verordnung gilt nun u.a. für alle Staatsangehörige eines Mitgliedsstaates und ihre Familienangehörigen.
Da die Ansprüche auf das polnische und das deutsche Kindergeld jeweils durch den Wohnort ausgelöst werden und nicht durch eine Beschäftigung oder eine selbständige Erwerbstätigkeit, besteht nunmehr keine Notwendigkeit, das Tatbestandsmerkmal der selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Artikel 1 b) der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 auf einen möglichen Anspruch des Berechtigten auf deutsches Kindergeld zu überprüfen.
Rechtsfolge ist in diesem Fall die neue Festsetzung des deutschen Kindergeldes in Höhe des Differenzbetrages nach Maßgabe des Artikel 68 Absatz 2 Satz 1 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in Verbindung mit Artikel 60 Absatz 2 Satz 3 Durchführungsverordnung (EG) Nr. 987/2009.
Schwierigkeiten können sich jedoch bei der Anwendung des Art.68 Abs.2 Satz 2 Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ergeben, siehe unter Punkt 3.1.1. und 3.1.2.

4. Volles Kindergeld

Volles deutsches Kindergeld ist dann festzusetzen, wenn die Ansprüche auf polnisches und deutsches Kindergeld nicht zusammentreffen.

Ein Anspruch auf polnisches Familiengeld besteht nur dann, wenn das Einkommen pro Familienmitglied monatlich nicht höher ist als 504 PLN. Wird diese Einkommensgrenze überschritten, besteht folglich ein Anspruch auf das volle deutsche Kindergeld nur und ausschließlich nach deutschem Recht.

Der sicherste Weg zum vollen deutschen Kindergeld ist deshalb der Ausschluss des Anspruchs auf polnische Familienleistungen auf Grund überstiegener Einkommensgrenze. Dieses dürfte bei einer Erwerbstätigkeit in Deutschland wohl in den meisten Fällen zutreffen. Deshalb kommt entscheidend darauf an, den von der Familienkasse mitgeschickten Vordruck E 411 sorgfältig auszufüllen und anschließend zur weiteren Bearbeitung an die polnische Verbindungsstelle zu schicken, die am Wohnort des Kindes in Polen zuständig ist.

 

 

WERSJA POLSKA
Zasiłek rodzinny (Kindergeld) w Niemczech

Obywatele polscy ubiegający sie o zasiłek rodzinny w Niemczech w przypadku gdy jedno z rodzicow dziecka mieszka w Polsce podlegaja nie tylko przepisom prawa niemieckiego lecz również przepisom prawa polskiego i unijnego.
Przy tym muszą byc przestrzegane przepisy Rozporządzenia Parlamentu Europejskiego i Rady (EG) Nr. 883/2004 ważne od 01 maja 2010.

1. Trudności w zastosowaniu Rozporzadzenia (EG) Nr. 883/2004 w sprawie koordynacji prawa do zasiłku rodzinnego między Polską i Niemiec

Zastosowanie Rozporządzenia (EG) Nr.883/2004 od momentu wejscia w życie 1.maja 2010 wywołało niepewności w instytucjach do świadczeń rodzinnych (Familienkasse).
W przypadkach ustanawiania i uchylania wniosku o niemecki Kindergeld dla dzieci zamieszkujacych w innym Państwie Członkowskim (np. w Polsce), Familienkasse nie podaje wystarczających powodów prawnych dotyczących decyzji w związku z przyznawaniem Kindergeld.

W przypadku anulowania lub odmowy zasiłku rodzinnego nie jest oczywiste na jaką podstawę prawną powołuja się kasy rodzinne, nie zostaje też podany tekst ustawy w dokumencie odmownym. To zatem sprawia, iż nie jest łatwo uzasadnić prawo do zasiłku rodzinnego w Niemczech osobom, którym zasiłek ten nie został przyznany.

2. Zasiłek rodzinny (Kindergeld) według Rozporzadzenia (EG) Nr. 883/2004

Artykuł 67 Rozporzadzenia (EG) Nr. 883/2004 według którego członkowie rodziny zamieszkujący w innym Państwie Członkowskim (tutaj: Polska) są uprawnieni do świadczeń rodzinnych według przepisów prawnych danego kraju UE (tutaj: Niemcy), w którym osoba jest zatrudniona bądź wykonuje prace na własny rachunek.
Artykuł 68 tego rozporządzenia zawiera jednak zasady pierwszeństwa praw do świadczeń rodzinnych.
Stosowanie tych przepisów w powiązaniu z prawem do przyznawania zasiłku rodzinnego w Niemczech, przysparza nierzadko trudności.
Poniżej zestawinie względnych konstelacji.

3. Połowa zasiłku rodzinnego (hälftiges Kindergeld)
3.1. Prawo obowiązujace do 30. kwietnia 2010

Rozporządzenie Rady (EWG) Nr. 1481/71 dotyczące Koordynacji Systemów Zabezpieczenia Społecznego, ważne do dnia 30. kwietnia 2010 okazało się szczególnie niekorzystne dla polskich rzemielsników, ponieważ nie należeli oni do kręgu osób które tej ustawie nie podlegaly, musieli więc rezygnować z dodatku dyferencyjnego (Differenzkindergeld) i tracili prawo do świadczeń rodzinnych w Niemczech na podstawie 65 ust. 1 nr. 2 EStG, jeśli przysługiwało im prawo do pobierania zasiłku rodzinnego w Polsce.
Ponadto kasy rodzinne (Familienkassen) ustanowiły w takich przypadkach połowę kwoty zasiłku rodzinnego opierając decyzje na zastosowaniu prawa do świadczeń rodzinnych według Art. 12 ust. 2 Rady Rzporzadzenia (EWG) Nr. 1408/71.
Problem stanowi jednak fakt, iż decyzja o przyznawaniu połowy zasiłku rodzinnego nie opiera się na rzadnej podstawie prawnej, na wskutek czego kasy rodzinne trzymając się sciśle tego przepisu prawnego odmawiały całkowicie prawa do przyznawania zasiłku rodzinnego.

3.2. Prawo obowiazujace od 01.maja 2010

Rozporządzenie (EWG) 1408/71 zostało zastąpione z dniem 01.maja 2010 Rozporządzeniem (EG) Nr. 883/2004. Przy czym to Rozporządzenie stosuje się między innymi dla obywateli z przynależnością narodową jednego Państwa Członkowskiego jak rówież ich członków rodzin.
Ponieważ prawo do świadczeń rodzinnych wynika na podstawie miejsca zamieszkania, nie na podstawie zatrudnienia lub pracy na własny rachunek, zasiłek rodzinny w Niemczech powinien byc wyplacany po odjeciu kwoty zasiłku rodzinnego przysługującego w Polsce. Stosowanie przepisu według Art. 68.ust.2 zdanie 2 Rozporządzenia (EG) Nr. 883/2004 może doprowadzić do trudności, patrz punkt 3.1.

4. Pełny zasiłek rodzinny (volles Kindergeld)

Pełny zasiłek rodzinny w Niemczech przysługuje jeśli nie ma zbiegu uprawnień do świadczeń rodzinnych jednoczesnie w Polsce i Niemczech.
Prawo do polskich świadczeń rodzinnych przysługuje, jesli miesięczne dochody nie przekraczają średniej kwoty 504 złotych na członka rodziny. Całkowity zasiłek rodzinny w Niemczech przysługuje tylko i wyłącznie według prawa niemieckiego, jeśli średnia dochodu rodzinnego przekracza 504 złotych na członka rodziny.

Dlatego też odmowa do przysługiwania zasiłku rodzinnego w Polsce na podstawie przekraczającej granicy dochodów stanowi najskuteczniejszą drogę do otrzymania zasiłku rodzinnego w Niemczech. Ten fakt odnosi się do większości Polakow pracujących w Niemczech.

WSZELKIE PRAWA Z A S T R Z E Ż O N E. KOPIOWANIE I ROZPOWSZECHNIANIE CAŁOŚCI LUB FRAGMENTóW NINIEJSZEJ PRACY BEZ ZGODY WYDAWCY Z A B R O N I O N E !
W sprawie pytań proszę o kontakt.

Dipl.-Jur. Paul Witkowski
Tlumacz przysiegly jezyka niemieckiego 
Flensburger Str. 4 ♦ 30165 Hannover
Tel.: 0176-21973142
e-mail: paul.witkowski@gmx.net


Autor:
Herr Diplom Jurist Paul Witkowski - Dolmetscher (beeidigt) und Übersetzer (ermächtigt), Flensburger Str. 4, 30165 Hannover, Deutschland
Telefon: 0511- 6428537, E-Mail: paul.witkowski@gmx.net
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